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Welpenstunde 4
Beißhemmung und Impulskontrolle

Impulskontrolle bedeutet Selbstbeherrschung. Diese zu erlernen, ist sowohl für deinen Hund, als auch für dich absolut notwendig um den Alltag zu bewältigen! 

Für unsere Hunde lauern im Alltag überall Reize, Dinge, die sie interessant finden, denen sie aber widerstehen müssen, weil ansonsten ihr Verhalten für uns oft unerwünscht wäre.

Beispiele: andere Tiere jagen, Menschen anspringen, Fressbares aufnehmen oder sich darin wälzen, an der Leine ziehen,, vom Tisch klauen, beißen. 

Für den Hund wäre es viel logischer impulsiv zu reagieren. Er ist ein Beutegreifer und wäre früher verhungert, wenn er keine Tiere gejagd hätte. Dieses Reiz-Reaktionsmuster macht allerdings in der Menschenwelt Probleme!

Diese Reize auszuhalten, ohne ihn Stress oder Frust zu verfallen, bedarf viel Impulskontrolle. Diese darf und kann der Hund lernen. 

Im Vortrag zum Thema "Hilfe! Mein Welpe beißt!" bekommst du viele Tipps, Impulse und Lösungsansätze, um die Beißhemmung deines Hundes zu trainieren. 

Das Wichtigste auf einen Blick

Das Erlangen von Impulskontrolle kann auf unterschiedlichen Wegen gelingen:

1. Impulskontrolle einfangen

  • belohne deinen Hund immer, wenn er von sich aus widersteht. Dies erkennt man daran, dass der Hund zwar zu einem Reiz hinsieht, gleichzeitig aber noch nichts Unerwünschtes macht 
    z.B. Jogger, Vogel, Hund, Kinder beobachten, aber ohne zu ziehen/bellen/fiepen/springen
    z.B. Menschen begrüßen/ mit Menschen spielen ohne Zahneinsatz 
    Jeder Hund benimmt sich gut, bevor er sich schlecht verhält! Es ist alles eine Frage des Timings!

2. Unerwünschtes, impulsives Verhalten darf sich nicht lohnen

  • oft kann man unerwünschtes, impulsives Verhalten ignorieren und warten bis der Hund selber auf eine andere, aus unserer Sicht, bessere Idee kommt und diese dann belohnen. Erfolgloses Verhalten wird vom Hund immer seltener gezeigt.
    Beispiele:

    anspringen, vs. mit allen 4 Pfoten auf dem Boden warten
    betteln vs. sich zurückziehen
    Bellen vs. ruhig sein
    an der Leine ziehen vs. Leine lockern

  • häufig brauchen wir da nur den etwas längeren Atem und Geduld. Kommt der Hund aber durch eigenes Nachdenken selber auf die Lösung, ist dies sehr nachhaltig und der Hund schafft den Transfer dieser Situation auch auf andere Situationen zu übertragen

  • Der Alltag bietet jede Menge Möglichkeiten Impulskontrolle zu trainieren oder eben auch zu verlernen. Da ein Hund IMMER lernt, achte darauf, dass sich unerwünschtes Verhalten aus Sicht deines Hundes nicht lohnt

3. Management

  • Umso häufiger sich Erwünschtes Verhalten für deinen Hund lohnt, desto öfter wird dein Hund dieses Verhalten auch zeigen

  • Umso seltener dein Hund Unerwünschtes Verhalten ausüben kann, desto weniger wird sich dieses Verhalten festigen. 
    Da nicht jedes impulsive Verhalten ignoriert werden kann, wie bei Punkt 2 beschrieben, müssen viele Situationen von dir gemanaged werden, sodass dein Hund keinen Fehler machen kann. 

Beispiele:

Hund anleinen bevor er einem Jogger/ Radfahrer hinterher rennen kann 

Hund anleinen, damit er keine Passanten anspringen kann

Hund mit Kauartikel beschäftigen, wenn Besuch kommt (Vermeiden von Anspringen, Aufregung in Besuchssituationen)

Kinder am Tisch essen lassen, anstelle damit herum zulaufen (Hund darf keinen Erfolg mit Stehlen von Essen haben)